Das Projekt

Warum gibt es das logo_AWO+MGH-Text_10cmMentorenprojekt “AlthilftJung”?

Es gibt viele Jugendliche, die Gefahr laufen, einen qualifizierten Schulabschluss und eine geordnete Eingliederung in die Berufswelt und – ganz allgemein – in die Gesellschaft zu verpassen.

Auch im Landkreis Landsberg/Lech gibt es Jugendliche, die einen qualifizierten Schulabschluss und den Übergang in ein Ausbildung aus eigener Kraft nicht schaffen. Als Folge können Verlust des Selbstwertgefühls, Frustration, Existenzangst und Aggression auftreten; die Entwicklung der persönlichen, sozialen und beruflichen Identität der Jugendlichen ist gefährdet und damit auch ihre Integration in die Gesellschaft.

Damit auch  diese jungen Menschen eine Chance auf Ausbildung und Arbeit erhalten, hat der Landsberger und ehemalige Manager Lupold von Wedel im Jahr 2008 unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses der AWO Landsberg das Mentorenprojekt „AlthilftJung“ (AhJu) als Pilotprojekt initiiert. Die positive Resonanz auf das Pilotprojekt war die Voraussetzung für seine Fortführung und weitere Förderung. Ehrenamtlich tätige Bürger (Mentoren) stehen hier Jugendlichen mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Fachwissen zur Seite.

Die Idee

Die Mentoren des Projekts AlthilftJung unterstützen die Jugendlichen frühzeitig bei Lernschwierigkeiten und Lernverweigerung. Das heißt konkret, die Jugendlichen bekommen einen Mentor an die Seite gestellt, der im Dialog mit den Schulen und den Lehrern bei Schwierigkeiten in Problemfächern unterstützt und Orientierungshilfen gibt. Auch bei alltagspraktischen Problemen begleiten die Mentoren die Jugendlichen, bis eine Lösung gefunden ist. Die Jugendlichen sollen durch Stärkung ihrer sozialen Kompetenz die erforderliche Ausbildungsreife erreichen und sich auf ihren künftigen Beruf vorbereiten können. Steht die Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf an, arbeiten die Mentoren auch mit der Agentur für Arbeit zusammen.

Die Mentoren im Projekt AlthilftJung unterstützen und ergänzen die Arbeit der Schulen und der Agentur für Arbeit.

Mentoren sind Personen, die erfolgreich im Beruf stehen oder standen und ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Kontakte ehrenamtlich zum Wohl der Jugendlichen einbringen. Der Landrat des Landkreises Landsberg fördert im Rahmen seiner sozialen Verantwortung mit dem Projekt AlthilftJung ehrenamtlich tätige Bürger, die auf Basis ihres Erfahrens-, Fach- und Beziehungspotenzials und nach sorgfältiger Einweisung als Mentoren die gefährdeten Jugendlichen auf ihrem Weg in eine aussichtsreiche Berufsausbildung frühzeitig unterstützen und begleiten.

Das Ziel

Jugendliche, die Probleme haben, eine nachhaltig positive Einstellung zum Erreichen schulischer Zielsetzungen zu entwickeln oder noch nicht für ihre spätere Berufswahl orientiert sind, erhalten frühzeitig Unterstützung durch Mentoren. Mentoren fokussieren ihre Einsatzkraft darauf, die persönliche und fachliche Entwicklung der Schüler individuell zu fördern mit dem Ziel, die Gefahr des Scheiterns in der Schule abzuwenden und den Einstieg in die berufliche Ausbildung zu sichern. Diese Unterstützung beginnt bereits in der Schulzeit und wird auf dem Weg ins Berufsleben fortgeführt.

Die Mentoren werden auf Veranlassung der Schule aktiv. Zudem muss das Einverständnis der Jugendlichen und deren Eltern vorliegen. In Kooperation mit den Lehrkräften, der Schulleitung und anderen einbezogenen Personen und Organisationen (z. B. Berufseinstiegsbegleiter, Ausbildungsstellen) sowie in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern (z. B. Agentur für Arbeit, Jugendamt) des Landkreises streben die Mentoren eine erfolgsorientierte Kommunikation mit den Jugendlichen an.

Der Weg

Die Verwaltungsaufgaben des Projektes AlthilftJung übernimmt das AWO-Mehrgenerationenhaus in Landsberg als Projektträgerin.

Die Leitung des Projekts AlthilftJung liegt bei Jutta Burmester und Dieter Schmid.

Derzeit sind mehr als 20 Mentoren an Schulen in Kaufering, Fuchstal, Utting am Ammersee, Dießen am Ammersee, Weil, Windach und Landsberg (Mittelschule West und Ost) aktiv. Die Mentoren einer Schule bestimmen einen Sprecher, um eine optimale Kommunikation sowohl zur Schule als auch zum Projekt zu gewährleisten.

Die Akquisition von Mentoren geschieht durch persönliche Ansprache und mithilfe verschiedener Medien (Berichte in Lokalzeitungen, Rundfunk und Fernsehen, Internet, Projekt-Flyer_AhJu). Das Projekt AlthilftJung ist auch bei einschlägigen Veranstaltungen (z. B. Freiwilligenmesse) vertreten.

Alle zuständigen Ämter und Einrichtungen des Landkreises werden regelmäßig informiert. Ziel ist der Ausbau des Netzwerks in Landsberg, das den Jugendlichen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch Berufs- und Lebensorientierung vermittelt und ihre Integration in die Gesellschaft erleichtert.

Die Zusammenarbeit zwischen der Trägerorganisation AWO und den AlthilftJung-Mentoren ist in einer Projekt-Vereinbarung für ehrenamtlich Tätige vereinbart.

Die Lehrer und/oder die an den Schulen tätigen Jugendsozialarbeiter sprechen Jugendliche an, die die Hilfe eines Mentors, einer Mentorin benötigen. Die Mentoren werden ausschließlich in Abstimmung mit den zuständigen Schulen tätig.  Die Mentoren-Vereinbarung zwischen Mentor, Jugendlichem und Erziehungsberechtigtem definiert das gemeinsame Vorgehen. Die Mentoren halten engen Kontakt mit dem Lehrer und/oder dem Jugendsozialarbeiter, der den Jugendlichen gemeldet hat.

Die Einarbeitung der Mentoren erfolgt durch erfahrene Mentoren sowie in Veranstaltungen mit Fachkräften aus dem Netzwerk und externen Dozenten. Weiterführende und vertiefende Veranstaltungen werden bei Bedarf angeboten. Die Mentoren treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und Erweiterung ihrer Aktivitäten (z. B. unterstützende, zusätzliche Angebote für jüngere Schüler). Zu diesen Treffen sind grundsätzlich auch Mitarbeiter des Netzwerkes eingeladen (z. B. der Agentur für Arbeit).