Sozialberater und Integrationsbeauftragter für Landsberg

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Viele Gemeinden im Landkreis – zuletzt Kaufering – sowie der Landkreis selbst haben Integrationsbeauftragte eingestellt und haben damit auf die Herausforderungen reagiert, die die Integration der hier anerkannten Asylbewerber mit sich bringt . Ich bin froh und erleichtert, dass nun auch die Stadt Landsberg einen Sozialberater und Integrationsbeauftragten einstellt, der bei der Herzogsägmühle angesiedelt ist.

Der Stadtrat hat sich im Rahmen des Strategieprozesses „Landsberg 2035“ ausdrücklich zur Integration bekannt und dies auch auf der Strategieklausur am letzten Samstag (30. Juni) noch einmal bestätigt.

„Für ein gutes Miteinander durch Integration“

Der Anteil der Flüchtlinge und anerkannten Asylbewerber hat in den letzten Jahren in Landsberg am Lech erheblich zugenommen; damit wachsen auch die Integrationsnotwendigkeiten hinsichtlich Sprache, Bildung und Weiterbildung, Arbeitsmarkt, Partizipation, sowie Werte und Identifikation. Dies betrifft auch Bürger aus anderen Staaten. Integration und ein gutes Miteinander aller Einwohner ist eine große, bereichsübergreifende Herausforderung für die Stadt Landsberg am Lech, den Landkreis Landsberg am Lech und die freien Träger. “
(nähere Informationen bei landsberg2035.de )

Die Aufgaben des Integrationsbeauftragten

  • Hilfeleistung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche
  • Einzelfallberatung und Begleitung in allen Lebenslagen
  • Vermittlung von Sprach- und Integrationskursen
  • Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen (insbesondere beim Jobcenter)
  • Hilfestellung bei sonstigen Behördenangelegenheiten (z.B. Aufenthaltsfragen, Kinder¬geld, Wohnberechtigungsschein, Anmeldung zu Kinderbetreuungs-einrichtungen und Schulen)
  • Ausbau eines ehrenamtlichen Helferkreises bzw. Netzwerks zur Unterstützung bei der Erfüllung der vorgenannten Aufgaben; Koordination von Hilfs- und Integrationsangeboten
  • Anlaufstelle für Ehrenamtliche, Vereine, Arbeitgeber usw.
  • Öffentlichkeitsarbeit

Der Integrationsbeauftragte stellt eine wichtige Schnittstelle zwischen Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft in der Stadt Landsberg dar.
So sind die Zielgruppe Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Landsberg mit Migrationshintergrund : EU-Bürger, anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und eben die einheimische Bevölkerung.

Partner Herzogsägmühle

Die Stadt Landsberg freut sich, in der Herzogsägmühle einen äußerst kompetenten Partner gefunden zu haben, der im Landkreis bereits über sehr viel Erfahrung verfügt:

  • Projekt „Mein Wohnraum“ für besonders benachteiligte Personengruppen,
  • Jugendmigrationsdienst ( 12-27 –Jährige mit Migrationshintergrund ),
  • Projekt „WiLLe“ Willkommen in Landsberg für integrative, interkulturelle Kultur-
    Bildungsangebote
  • stationäre Wohnungslosenhilfe nach SGB XII
  • Migrationsberatung des Caritas-Verbandes der Diözese Augsburg
  • Migrationsberatung der Diakonie Oberland
  • Jugendsozialarbeit an Schulen
  • Projekt Bildungslotse
  • Jobbegleiter für Migranten

Weitere Nachrichten

Der Verwaltungs-und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung vom 4.7.2018 die „Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit in Landsberg“ um ein weiteres Jahr verlängert, ebenso die „Soziale Betreuung Notunterkünfte Jahnstraße“ . Beide sind bei der Herzogsägmühle verankert. So ergeben sich positive Synergie-Effekte, beispielsweise bei der Vertretung bei Urlaub und Krankheit.

Die Integrationsbeauftragte des Landratsamtes plant für dieses Jahr interkulturelle Tage sowie einen Zukunftsworkshop („ Integration-Ideen für eine gemeinsame Vision des Landkreises Landsberg am Lech“). Eine Teilnahme des Landsberger Integrationsbeauftragten an diesen Veranstaltungen ist äußerst wünschenswert.

Am letzten Samstag fand ein interkultureller Tag in Fuchstal statt und vergangenen Samstag und Sonntag feierte der türkisch-islamische Verein ein interkulturelles Fest, das großen Zulauf hatte.

Tätigkeitsfelder

Ergänzend wären folgende Themen und Aufgaben – ggf. mithilfe eines Migrationsrats, ähnlich dem Seniorenbeirat – denkbar und langfristig wünschenswert:

  • Interkulturelles Gesamtkonzept,
  • Politische Partizipation von Migranten,
  • Bildungs- und Ausbildungssituation von jugendlichen Migranten,
  • Interkulturelle Öffnung der Stadtgesellschaft,
  • Information von Migranten / Anlaufstelle, Kooperation / Unterstützung von Migrantenvereinen und –verbänden und ihren Projekten,
  • Förderung und Ausbau von Begegnungen und Begegnungsmöglichkeiten,
  • Zugang von Migranten zu Bildung und Ausbildung, Sprachförderung,
  • Situation von Flüchtlingen und Asylbewerbern, Frauenarbeit,
  • Vorurteile / Diskriminierung und ihre Folgen,
  • Auslobung eines interkulturellen Preises,
  • Startworkshop und Fortbildung der Mitglieder

Wozu „Integrationsbeauftragter für Landsberg“

Zum Schluss die Frage: „Warum ist ein Integrationsbeauftragter überhaupt notwendig ?“

Schon jetzt hat jeder fünfte Mensch im Freistaat eine Zuwanderungsgeschichte. Das sind rund 2,72 Millionen Menschen. Bayern hat deutschlandweit die höchste Erwerbsquote und das geringste Armutsrisiko bei Menschen mit Migrationshintergrund. Hier sind sehr viele junge Menschen mit Migrationshintergrund gut qualifiziert , indem sie beispielsweise eine Berufsausbildung machen. Gelingende Integration ist die Voraussetzung dafür, dass die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und unsere Gesellschaft zusammenhält. Es darf nicht zu Parallelgesellschaften kommen. All das ist auch notwendig, um die Integrationsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung zu erhalten.

Folglich wurde im Dezember 2016 das Bayerische Integrationsgesetz verabschiedet, das u.a. die Einstellung eines Integrationsbeauftragten beinhaltet und ( Art. 15 ) und hervorhebt, dass die örtliche Gemeinschaft einen unverzichtbaren Beitrag leistet, die Integration von Migrantinnen und Migranten zu fördern ( Art. 9 ) .
siehe Das Bayerische Integrationsgesetz – WortlautZusammenfassung

Jost Handtrack
Stadtrat Landsberg, Referent für ausländische Mitbürger

Dieser Beitrag wurde unter Asyl-Info veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zu unserer Sicherheit eine kleine Aufgabe *